NATURE EDUCATION PROGRAMMPUNKTE

Keynote I

The Distant Past and Near Future of Nature Education

Melanie Challenger

How long has it been since human societies in Europe didn’t need to do „nature education“? What was the moment when our children and families started to become further removed from natural knowledge, and even to believe that a deep understanding of nature wasn’t necessary? Nature education as a community of practice began in the aftermath of the Second World War, and has expanded ever since. Together, we will envision what the future holds for nature education, and imagine what a world created by nature-engaged young people could look like.

Workshop I

Funktionale Strukturen aus Naturmaterialien

Dr.in Ilse-Christine Gebeshuber

Hat sich der technisch entwickelte Mensch der Natur abgewandt oder hat die Natur die Technik miterfunden? „Bionic“ ist ein wissenschaftlicher und industrieller Zweig, der die Anwendung natürlich vorkommender, biologischer Methoden und Systeme erforscht und testet, um technische Probleme zu lösen. Wir gehen dieser Verbindung mit einem forschenden Blick auf die Spur und widmen uns dabei den bemerkenswerten Materialien Chitin und Keratin. Chitin, das in den Exoskeletten von Insekten und Schrimps vorkommt, sowie Keratin, das Hauptbestandteil von Haaren und Hufen ist, bieten einzigartige Möglichkeiten zur Entwicklung funktionaler Strukturen und können innovative Lösungen für aktuelle Herausforderungen bieten.

Workshop II

Natur ist (meine) Kunst, ist (meine) Spur

Nene Wildenberg, Umweltpädagogin & Transformationsgestalterin

Können wir Kunst und Nachhaltigkeit in eine kreative Praxis bringen? Kann Kunst nachhaltig sein? Wer braucht die Kunst überhaupt, und was braucht die Kunst? Wir erkunden, wie künstlerische Ansätze genutzt werden können, um Themen wie Artenvielfalt, Ökologie und Nachhaltigkeit auf kreative Weise zu vermitteln und zum Denken und Handeln aufzufordern. Wir gehen zusammen ans Werk: mit einem Fokus auf Vielfalt und Biodiversität sowie umweltfreundlichen Methoden und Techniken, die sich in den eigenen Alltag, den Unterricht, die Naturvermittlungspraxis oder private Projekte integrieren lassen. Abschließend reflektieren wir, wie und ob ressourcenschonende Kunst als Werkzeug in der Naturvermittlung genutzt werden kann.

Workshop III

Begeistern statt belehren

Prof. Dr. Peter Iwaniewicz

Wie man spannende Geschichten findet und richtig erzählt. Natur ist eine Bühne, auf der man bei geführten Touren sein Publikum verstehen und mit interessanten Erzählungen begeistern soll. In diesem dreiteiligen Workshop, der auch jeweils einzeln besucht werden kann, zeigt Buchautor, Kolumnist und Tierflüsterer Peter Iwaniewicz wie man solche Storys im Wechselspiel von kreativem und kritischem Bewusstsein aufbaut und präsentiert.

Workshop IV

Von der Naturerlebnisführung zum touristischen Angebot

Stefan Schimpl, MBA & DI Clemens Schnaitl

Der Nutzungsdruck des Naturraums wird immer größer. Daher ist die Naturvermittlung, die in unseren touristischen Angeboten integriert ist, ein zentraler Teil, um Gäste, aber auch die einheimische Bevölkerung wieder mehr auf die gegenseitigen Einflüsse von Natur und Mensch hinzuweisen und zu sensibilisieren. Das bietet für die Naturvermittlung die Chance, aber auch Herausforderung, Naturerlebnisführungen über Tourismusorganisationen authentisch und gut organisiert vermarktbar zu machen. Dazu braucht es neben einer guten Kommunikation und der Aufbereitung und Klärung vieler Detailinformationen auch weitere thematisch stimmige Bausteine für ein einzigartiges Gesamterlebnis für den Gast. Diesen Entwicklungsprozess werden wir beispielhaft in diesem Workshop durchlaufen.

Workshop V

Kunst trifft Ökologie: Naturfotografie als Brückenelement

Pia Teufl, M.Sc.

Naturfotografie wird oft mit Makroaufnahmen, Wildtierfotos oder klassischen Landschaftsaufnahmen assoziiert. In diesem Workshop möchten wir jedoch einen erweiterten Blickwinkel auf die Naturfotografie werfen und erforschen, wie sie als verbindendes Element zwischen Ökologie, Wissenschaft und Kunst fungieren kann. Gemeinsam entdecken wir, wie man mit Fotos Geschichten erzählt, ökologische Zusammenhänge sichtbar macht und mit kreativen Mitteln zur Bewusstseinsbildung und Wissensvermittlung beiträgt. Dabei nutzen wir die Fotografie als künstlerische Ausdrucksform, um mit den Übergängen zwischen Natur, Kultur und Kunst zu spielen.

Workshop VI

Citizen Science: Eine Brücke zwischen Mensch, Natur und Wissenschaft

Dr.in Didone Frigerio & Dr. Martin Scheuch

Die Natur ist Inspirationsquelle für Künstler:innen, Wissenschaftler:innen, Vermittler:innen sowie Techniker:innen und alle Bürger:innen einer Gesellschaft,- doch jede:r versteht sie anders, die Natur. Um den Herausforderungen von Klimawandel & Co. gerecht zu werden, brauchen wir hier und da jedoch ein gemeinsames Verständnis, um gute Entscheidungen zu treffen. Citizen Science fördert den Zugang zur Wissenschaft für Menschen außerhalb der akademischen Bubble, schafft transdisziplinäres Arbeiten unter den Disziplinen und unterstützt damit Resilienz und Teilhabe. Der Bildungsansatz bringt die Player Bildung, Naturvermittlung und Forschung stärker zusammen und erweitert ihre Wirkungskreise. Naturvermittler:innen sind eine wichtige Berufsgruppe, wenn es um die Kommunikation gesellschaftlich relevanter Erkenntnisse geht, da sie eine Sprache und Methoden entwickeln, die jedem und jeder einen Zugang ermöglichen. Wir laden euch daher ein, in unserem Workshop theoretische Erkenntnisse und praktische Herangehensweise im Hinblick auf die Umsetzbarkeit von Citizen Science in der Naturvermittlung mit uns zu diskutieren.

Workshop VII

Fair Play IN UNSERER NATUR!

Sylvia Prunthaller & Martina Niederberger, BSc

Die Natur ist durch ihre vielfältige Nutzung ein Ort, an dem unterschiedliche und gegensätzliche Interessen aufeinandertreffen. Die Initiative IN UNSERER NATUR! greift dieses Spannungsfeld auf und hat sich zum Ziel gesetzt ein gutes Miteinander und eine funktionierende Kommunikation in Oberösterreich zu unterstützen und in die Wege zu leiten. Wir denken, dass sich die auftretenden Konflikte durch mehr Respekt, Kompromissbereitschaft und Fair Play vermeiden lassen. Der Arbeitsplatz der Naturvermittler:innen ist die Natur und sie sind dadurch mit diesem Thema automatisch konfrontiert. Darüber hinaus kennen sie meist die Vielfältigkeit der Naturnutzung beziehungsweise des Naturschutzes und können dadurch einen konstruktiven Dialog in ihrem Wirkungsfeld fördern. Im Rahmen unseres Workshops laden wir zu regem Austausch ein, stellen unsere Herangehensweisen vor und teilen Wissen und Methoden, die helfen heißen Köpfen und wütenden Stimmen entgegenzutreten und die Wogen für ein Miteinander zu glätten.

Exkursion I

Flattern und Schnattern im Almtal

Dr.in Didone Frigerio

Auf den Spuren von Konrad Lorenz stellen fragen wir uns: Was verrät uns das Verhalten der Tiere und wie wird es erforscht? Wie kam die Graugänse Schar ins Almtal? Wie und wieso werden Vögel beringt? Wir bekommen Zugang zum Fachwissen über die Tierarten an der Konrad Lorenz Forschungsstelle (KLF), einer wissenschaftlichen Einrichtung der Universität Wien. Fachlich fundiert aber einfach formuliert erkunden wir Lebensweise, Verhalten und Besonderheiten der heimischen Singvögel sowie der Grünauer Graugänse-Schar und der Waldrapp-Kolonie.

Exkursion II

Im Waldkammergut® – vom UR-Wald zum KULTUR-Wald

Leopold Josef – „Poidl“ – Putz

Erkunde mit Leopold Putz die Mensch-Waldbeziehungen in Vergangenheit Gegenwart und Zukunft! Die Exkursion lädt dich auf eine ca. 2 km lange Entdeckungsreise in den Naturpark Attersee Traunsee ein: Eine gewachsene Natur- und Kulturlandschaft. Die standörtlichen und klimatischen Bedingungen, Geologie, Boden, etc. stehen in enger Wechselbeziehung zum Tun und Wirtschaften des Menschen. Die Geschichte der Besiedelung und vor allem die Salinengeschichte prägten und prägen diesen Naturraum in ganz besonderer Weise: „Ohne Holz kein Salz“.

Exkursion III

Faszination Wasser am Taferlklaussee

Pia Teufl, M.Sc. & Samuel Auer, M.Sc.

Im Rahmen eines „gewässerökologischen Spaziergangs“ rund um den Taferlklaussee werden wissenswerte Fakten rund um das Thema Wasser praxisnah vermittelt. Wir gehen auf ökologische Grundlagen sowie die Funktionsweise und Bedeutung unterschiedlicher Gewässertypen ein. Zudem sprechen wir über ihre kulturelle Nutzung, ihren Gefährdungsstatus, sowie Maßnahmen, die zu ihrem Schutz ergriffen werden. Mit spielerischen Mitteln wird der Blick für die Besonderheiten eines Gewässers geschärft. Dabei liegt das Hauptaugenmerk vor allem auf Wasserinsekten wie Steinfliegen, Köcherfliegen und Eintagsfliegen. Vor Ort werden Tiere gemeinsam identifiziert und dabei Wissenswertes zur Lebensweise und den Ansprüchen dieser faszinierenden Lebewesen erzählt. Im Fokus steht aber auch die kulturelle Bedeutung von Gewässern sowie die Beziehung zwischen Mensch und Fluss bzw. See.

Exkursion IV

Abenteuer Gschliefgraben

Dr. Johannes Weidinger

Bei der Exkursion erforschen wir die verschiedenen geologischen Zonen und ihre natürlichen Erosionsprozesse. In der Erkundung vor Ort entdecken wir gemeinsam die strukturellen Umwälzungen am Traunsee-Ostufer in Gmunden. Dabei wird sichtbar, welche Maßnahmen zur Eindämmung der Naturgewalten getroffen werden. Der Schauplatz Gschliefgraben zeigt eindrucksvoll auf, mit welchen Grenzen und Möglichkeiten wir Menschen die Natur (mit-)gestalten.

Keynote II

Naturvermittlung im Museum: Widerspruch oder Chance?

Dr. Andreas Hantschk

Sammlungsobjekte in Naturmuseen haben eines gemeinsam: sie sind leblos und befinden sich in Depots oder Ausstellungsvitrinen. Was bei Mineralien der Normalfall ist, wird bei Fischotter, Seeadler oder Haselmaus zur großen Aufgabe. „Mausetote“ Objekte sollen zum Leben erweckt und zu Botschafter:innen der Natur in Museen werden. Im Unterschied zu Regionalmuseen und Besucher:innen-Zentren befinden sich bekannte Naturmuseen häufig an naturfernen Orten, zum Beispiel im Herzen von Großstädten. Doch ist Naturvermittlung ohne Natur überhaupt sinnvoll? Mit welchen Mitteln kann sie gelingen? Und wie können aus der Kombination von „drinnen“ und draußen“ Strategien für die Zukunft entstehen?

Keynote III

Zukunftsutopien: Kunst und Natur als Experimentierfelder

Christina Jaritsch, MA; Co-Speaker tbc

Natur und Kunst sind eine Kombination in der vieles versucht werden kann. Voneinander lernen, speziesübergreifend, klimawandelangepasst. Der Kampf zum Schutz der Natur wird immer öfter als aussichtslos abgetan, in Umfragen werden Klimathemen als nicht vorrangig bewertet, obwohl die Anzeichen bereits klar sichtbar und spürbar sind: Artensterben, extreme Wetterkapriolen, Anstieg der Herzkreislauferkrankungen – für Menschen eigentlich lebensbedrohliche Veränderungen. Die Verbindung zur eigenen Umwelt rückt in immer weitere Ferne. Durch Kunst kann eine neuerliche Annäherung wieder versucht werden. Nur was wir erfahren und was uns nahe ist werden wir nachhaltig schützen wollen.

CELEBRATION am Abend

Zwischen Naturwundern, großen Rätseln und feinen Klängen

Gebhard Alber & Band Goethe groovt

Gehard Alber bringt in seinen NATURSCHAUSPIELEN Naturerlebnis und Musikerfahrung zusammen und entführt seine Teilnehmer:innen in die Welt der großen Literat:innen und ihrer Auseinandersetzung mit Natur und Gesellschaft. Gemeinsam mit Manfred Seifriedsberger, Stephan Mastnak und Mathias Eidenberger bildet er zudem die Band Goethe groovt, die auf einzigartige Weise lyrische Meisterwerke vertont. Speziell für die NATURE EDUCATION CELEBRATION 2024 hat die Band einige Rätsel in den Texten ihrer Songs versteckt.