Steuerrecht für NaturvermittlerInnen

In der Folge finden Sie Informationen rund um das Steuerrecht für NaturvermittlerInnen:

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Steuererklärungspflichten für NaturvermittlerInnen

Beträgt das gesamte Jahreseinkommen, in dem lohnsteuerpflichtige Einkünfte enthalten sind, mehr als EUR 12.000,00 und übersteigen die nicht lohnsteuerpflichtigen Einkünfte den Betrag von EUR 730,00 (Veranlagungsfreibetrag), so besteht eine Erklärungspflicht.

Werden lediglich Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielt, besteht bei einem/einer Einnahmen-Ausgaben-Rechner/in die Verpflichtung, eine Einkommenssteuererklärung abzugeben, wenn das Einkommen EUR 11.000,00 überschreitet. Bei Ermittlung des Gewinnes aufgrund eines Betriebsvermögensvergleiches (Bilanzierung) besteht unabhängig von der Höhe des Einkommens eine Steuererklärungspflicht.
Abgesehen davon hat das Finanzamt jederzeit die Möglichkeit, die Abgabe einer Steuererklärung zu verlangen.

Die Abgabe der Steuererklärung ist grundsätzlich elektronisch über FinanzOnline zu übermitteln. Weitere Informationen auf der Website der WKO.

Einkommenssteuer und Körperschaftssteuer

Bis zu einem Einkommen von EUR 11.000,00 fällt keine Einkommenssteuer an, danach kommt ein progressiver Einkommenssteuertarif zur Anwendung, dh für die nächsten EUR 7.000,00 zahlt man 25 % Einkommenssteuer, für die nächsten EUR 13.000,00 zahlt man 35 % Einkommenssteuer usw. Für genauere Angaben nutzes Sie die Tariftabelle des BMF.
Während die Einkommenssteuer (ESt) alle natürlichen Personen betrifft, stellt die Körperschafssteuer (KSt) die Einkommenssteuer der juristischen Personen dar. Die GmbH – so wie andere juristische Personen (Aktiengesellschaften, Vereine, Genossenschaften) – unterliegt also der Körperschaftssteuer.
Die Körperschaftsteuer beträgt 25 % vom steuerpflichtigen Einkommen, unabhängig von dessen Höhe. Im Gegensatz zum progressiven Einkommensteuertarif handelt es sich daher bei der Körperschaftsteuer um einen linearen Steuertarif. Wird der Gewinn an eine natürliche Person als Gesellschafter ausgeschüttet, fallen weitere 27,5 % als Kapitalertragsteuer (KESt) an.
Hinweis: Bei einer GmbH fällt – sowohl bei Gewinn als auch bei Verlust – eine so genannten „Mindestkörperschaftssteuer“ an.

Kleinunternehmerregelung

Als Kleinunternehmer gelten Unternehmer, die im Inland ihr Unternehmen betreiben und die Umsatzgrenze von EUR 30.000,00 jährlich nicht überschreiten. Es kommt dabei auf den Gesamtumsatz eines Jahres an, wobei die Umsätze aus verschiedenen unternehmerischen Tätigkeiten zusammenzurechnen sind. Wenn man KleinunternehmerIn ist, ist man unecht umsatzsteuerbefreit, d.h. man muss von den Einnahmen keine Umsatzsteuer (USt) an das Finanzamt bezahlen (also keine USt in Ausgangsrechnungen) und darf von den Ausgaben auch keine Vorsteuer abziehen (also kein Vorsteuerabzug von Eingangsrechnungen).
Eine UID-Nummer teilt das Finanzamt umsatzsteuerbefreiten Kleinunternehmern nur auf Antrag zu. Unter die Umsatzsteuerbefreiung fallen Lieferungen und sonstige Leistungen, deren Liefer- oder Leistungsort im Inland liegt, weiters Umsätze aus Hilfsgeschäften und Geschäftsveräußerungen.
Nicht befreit sind Erwerbe, Einfuhren und Dienstleistungen von ausländischen Unternehmen, deren Leistungsort in Österreich liegt und die Steuerschuld auf den Kleinunternehmer übergeht (Reverse Charge). Wer meint, dass die Umsatzsteuerbefreiung nachteilig ist (z.B. wegen hoher Vorsteuern in der Gründerphase; Kunden sind hauptsächlich vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmer) kann auf sie verzichten (Optionserklärung).
Nähere Informationen finden Sie auf der Website der WKO

Buchführungspflicht

Für Kapitalgesellschaften (GmbH, AG) und für die GmbH & Co KG gilt eine umsatz- und tätigkeitsunabhängige (also auch bei nicht gewerblichen Tätigkeiten bestehende) Buchführungspflicht („Rechnungslegungspflicht kraft Rechtsform“).
Für neue gegründete Einzelunternehmen und Personengesellschaften (ausgenommen GmbH & Co KG) gilt:
  • Im ersten Wirtschaftsjahr besteht noch in keinem Fall eine Buchführungspflicht. Danach gilt:
  • Bei einer Umsatzgrenze bis EUR 220.000,00 im Vorjahr ist wahlweise Basispauschalierung, Einnahmen-Ausgaben Rechnung oder doppelte Buchführung möglich;
  • Bis EUR 700.000,00 Umsatz ist wahlweise eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder doppelte Buchführung möglich.

Einsatz von Registrierkassen

Seit 2016 haben grundsätzlich jene Betriebe alle Bareinnahmen für Zwecke der Losungsermittlung mit elektronischen Registrierkassen zu erfassen, welche die Umsatzgrenzen (Jahresumsatz EUR 15.000,00 netto, Barumsatz EUR 7.500,00 netto) überschreiten. Maßgebend für die Höhe der Barumsätze sind die Umsätze, bei denen die Gegenleistung mit Bargeld-, Bankomat- und Kreditkartenzahlungen sowie Gutscheinen erfolgt. Zahlungen mit Erlagschein, Überweisung, Internetbanking oder Einziehungen sind keine Barumsätze. Beachten Sie auch die Ausnahmeregelungen von der Registrierkassenpflicht, die für Naturführungen relevant sein könnten, z.B.:
  • Bei Umsätzen bis jeweils EUR 30.000,00 netto/Kalenderjahr je Abgabepflichtigem/r im Freien (sog. „Kalte-Hände“-Regelung): Darunter fallen Umsätze auf öffentlichen Straßen oder Plätzen ohne Verbindung mit fest umschlossenen Räumlichkeiten (also Gastgärten fallen nicht darunter!);
  • in unmittelbarem Zusammenhang mit schwer zugänglichen Hütten (Alm-, Berg-, Schi-, Schutzhütten) ohne Anschluss an Infrastruktur (Stromversorgung); auch hier gilt die Umsatzgrenze von EUR 30.000,00 netto/Kalenderjahr.

Sonderfall: Liebhaberei

Unter den Begriff „Liebhaberei“ fallen Tätigkeiten, die mittel- bis langfristig keinen Gewinn erwarten lassen. Steuerlich ist die „Liebhaberei“ unbeachtlich, d.h., Verluste, die daraus entstehen, dürfen mit anderen Einkünften nicht ausgeglichen werden. Wenn sich ausnahmsweise ein Gewinn ergibt, ist dieser nicht steuerpflichtig. Auch umsatzsteuerlich sind diese Tätigkeiten der Privatsphäre zuzurechnen und unterliegen die Einnahmen damit nicht der Umsatzsteuer, Vorsteuern sind nicht abzugsfähig.
Mehr zum Thema "Liebhaberei" finden Sie auf der Website der WKO

Detaillierte Beratung und weitere Informationen

Erste/r AnsprechpartnerIn für Sie ist Ihr/e SteuerberaterIn. Für einen ersten kompakten Überblick im Selbststudium empfehlen wir die Lektüre des Steuerleitfadens für neu gegründete Unternehmen, der vom Bundesministerium für Finanzen herausgegeben wird.