Häufige Fragen

In der Folge finden Sie einige häufige Fragen sowie die für Sie zusammengefassten dazugehörigen Antworten. Weitere Informationen finden Sie, wenn Sie die Verlinkungen nutzen.

Die Bezeichnung „Naturvermittler/in“ ist nicht rechtlich geschützt. Das bedeutet, dass sich theoretisch jede Person, die einer anderen Person etwas über die Natur erklärt oder zeigt, Naturvermittler/in nennen kann.

Trotzdem gibt es eine Vielzahl an Naturvermittlungsausbildungen, die ein umfangreiches Wissen rund um die Natur und verschiedenste methodische Zugänge für unterschiedliche Zielgruppen lehren. In diesen werden Personen dazu ausgebildet andere Menschen auf die großen und kleinen Wunder der Natur aufmerksam zu machen. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Ursprungsberufe und Ausbildungen sind auch die Vermittlungsinhalte und methodischen Herangehensweisen der NaturvermittlerInnen sehr vielfältig.

In der Naturvermittlung wird der inhaltliche Schwerpunkt der Arbeit auf die Vermittlung des breiten Themas „Natur“, inklusive Naturphänomenen innerhalb der Kulturlandschaft, gelegt.

Ziel ist es, naturwissenschaftliche Inhalte für die TeilnehmerInnen an der Naturvermittlung aktiv zu erklären und erlebbar zu machen. Das Verständnis soll geweckt, die Sinne mobilisiert, Begeisterung geschaffen, Naturerlebnisse und -erfahrung mit allen Sinnen ermöglicht und Aktivitäten sowie experimentelles Forschen angeleitet werden.

Themengruppen der Naturvermittlung sind unter anderem:

  • Alm/Gebirge
  • Boden
  • Garten
  • Geologie
  • Kulturlandschaft
  • Landwirtschaft
  • Lebensraum/Habitat
  • Natur allgemein
  • Naturschutz
  • Nutzpflanzen (inkl. Heil-, Giftpflanzen Pflanzenwelt)
  • ökologische Zusammenhänge
  • Pilze, Flechten, Algen, Moose
  • Siedlungsraum
  • Tierwelt
  • Wald/Forst
  • Wasser/Gewässer etc.

Mögliche Inhalte von Naturvermittlungsberufstätigkeiten können unter anderem sein:

  • arbeiten (z.B. Feuer machen mit einfachen Mitteln),
  • begleiten (z.B. über ein Restschneefeld),
  • bestimmen (z.B. Tierspuren),
  • erklären (z.B. Ameisenhaufen),
  • erleben lassen (z.B. auf dem Boden kriechen),
  • erzählen (z.B. Sagenwanderung),
  • experimentieren (z.B. einen Bachlauf umlenken),
  • führen (z.B. botanische Führung),
  • lehren (z.B. richtiges Schätzen von Entfernungen),
  • sammeln (z.B. Mineralien oder Pilze),
  • verändern (z.B. einen Bauch aufstauen),
  • verhören (z.B. Vogelstimmen),
  • zeigen (z.B. Berggipfel, Sternbilder)
  • etc.

 

Naturvermittlung ist nicht nur reiner Wissenserwerb. Viele Angebote kombinieren Naturerleben, Bewegung und interessante Fakten in unterschiedlichen Facetten miteinander.

Die Zeit und Bewegung in der Natur ist nicht nur gut für die Gesundheit sondern belebt auch die Sinne, gruppendynamische Prozesse können auf einzigartige Weise gesteigert werden. Auch Anliegen des Umwelt- und Naturschutz werdden durch Naturvermittlungsangebote vermittelt. Dadurch ist die Naturvermittlung ein Weg um viele verschiedene Bedürfnisse und Anliegen zu erfüllen und ein ins Erleben integriertes Lernen zu ermöglichen.

NaturvermittlerInnen machen Menschen in vielfältiger Weise wieder auf den Wert der Natur aufmerksam. Dabei wird der Fokus einerseits auf die Schönheit und Vielfalt der Natur und andererseits auf den unmittelbaren Erholungs- und Erlebniswert gelenkt. Durch Informationen über seltene Tier- und Pflanzenarten und ökologische Phänomene werden die Besonderheiten in der Natur hervorgehoben, sichtbar und für Interessierte auch wertvoll gemacht. Zusätzlich verfügen NaturvermittlerInnen über ein breites Wissen über Bedrohungen und Schutzmöglichkeiten. Dies trägt dazu bei, dass immer mehr Menschen sich für den Erhalt der Natur stark machen.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass der Aufenthalt „im Grünen“ das Wohlbefinden und die Gesundheit der Menschen positiv beeinflusst. Auch naturgestützte Therapien und „Green Care“ setzen die positive Wirkung der Natur gezielt ein. Für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen spielen der Aufenthalt in und das Erleben einer (intakten) Natur eine besondere Rolle. Gerade bei Jugendlichen zwischen 13 und 15 Jahren fördern Naturerfahrungen die Selbstwirksamkeit und damit wiederum die psychische Gesundheit.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten sich zum/zur NaturvermittlerIn auszubilden. Nachdem der Begriff zurzeit noch nicht rechtlich geschützt ist, können die Ausbildungen sehr kurz oder auch sehr ausführlich und akademisch gestaltet sein. Im Zuge der Plattform Naturvermittlung wurden die bestehenden Ausbildungsangebote in Österreich recherchiert.

Seit 2008 organisiert der Umweltdachverband ein Naturvermittlungsseminar, das vielfältige Weiterbildungs- und Vernetzungsmöglichkeiten für NaturvermittlerInnen unter dem Aspekt der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bietet. Jährlich wird ein neues, für die Naturvermittlung relevantes Thema, vor den Vorhang geholt (wie z.B. zielgruppengerechtes Vermitteln, Marketing, Dramaturgie, etc.). In Vorträgen und Workshops werden neue spannende Eindrücke und Ideen gesammelt, die dann in die eigene Arbeit integriert werden können. Es gibt österreichweit viele weitere Aus- und Weiterbildungen zum Thema.

Die Plattform Naturvermittlung wurde 2004 initiiert um neben den zertifizierten Lehrgängen eine Anlaufstelle anzubieten, wo es auch nach der Ausbildung noch Möglichkeiten zur Koordination und Vernetzung für NaturvermittlerInnen gibt. Inzwischen wurde das Angebot der Plattform ausgeweitet: die Vernetzung der NaturvermittlerInnen, die Aus- und Weiterbildung, die Qualitätssicherung sowie die rechtliche Absicherung stehen dabei im Mittelpunkt. Ziel der Plattform ist es, den NaturvermittlerInnen eine zentrale Anlauf- und Servicestelle zu bieten. Zusätzlich soll gemeinsam mit den unterschiedlichen Gruppen der NaturvermittlerInnen ein klares Leitbild für diesen Beruf geschaffen werden.